15Grad Power Vermessung

15° Powermessung

Vollständige Referenz für Fliegen- und Spinnruten

Vom Wurfgefühl zur messbaren Wahrheit.
Die 15°-Power-Messung macht das Verhalten von Ruten in reproduzierbaren Zahlen sichtbar – ohne Marketingbegriffe, ohne Rätselraten.


Warum das 15°-System existiert

Rutenbeschriftungen sind uneinheitlich. Zwei Ruten mit derselben Kennzeichnung können sich völlig unterschiedlich verhalten. Die 15°-Power-Messung wurde entwickelt, um Rutensteifigkeit und Aktion objektiv zu beschreiben – auf Basis von Physik und reproduzierbarer Geometrie.

Was ist die 15° Powermessung?

Die Rute oder der Blank wird bei 15° abgelenkt, die resultierende Kraft wird gemessen. Daraus entsteht eine klare Kennzahl – die

Deine Vorteile

  • Vergleichbarkeit: Du erkennst sofort, wie kräftig ein Modell wirklich ist.

  • Praxisnutzen: Hilft bei der Auswahl oder beim Bau eigener Setups.

  • Transparenz: Alle Messungen sind standardisiert und wiederholbar.

 

Ein standardisiertes Verfahren, bei dem gemessen wird, welches Gewicht erforderlich ist, um eine Rute auf 3,75° und 15° auszulenken, und wie diese beiden Werte zueinander in Beziehung stehen.

Wie alles begann

Die 15°-Powermessung entstand Ende der 1990er Jahre, als eine objektive Vergleichsmethode für Ruten fehlte. Mit der Ablenkung um 15° wurde ein Standard geschaffen: praxisnah, reproduzierbar und für alle Rutenarten geeignet.

Heute setzen wir eine laserunterstützte Messanlage ein, die höchste Präzision garantiert. Seit vielen Jahren ist die 15°-Powermessung bei Solitip fester Bestandteil aller Arbeitsabläufe.

Die 15°-Power-Datenbank

Alle Messergebnisse findest du in unserer Datenbank. Sie startet aktuell als XLS-Datei und wird laufend erweitert. Künftig entsteht daraus eine komfortable Online-Suche mit Filterfunktionen.

 

 

 

 

Mitmachen als Anbieter

Hersteller und Händler können ihre Ruten und Blanks in der Datenbank listen lassen.

  • Vorteil: direkte Verlinkung zu deinen Produkten

???? Sprich uns an und sei Teil der Datenbank!

In diesem Video erfahren Sie so ziemlich alles. Kopieren Sie einfach den nachfolgenden Link in die Adresszeile des weltweiten Netzes und schauen Sie sich das Video in Ruhe an:

 

Was die 15°-Power-Messung ist

Ein standardisiertes Verfahren, bei dem gemessen wird, welches Gewicht erforderlich ist, um eine Rute auf 3,75° und 15° auszulenken, und wie diese beiden Werte zueinander in Beziehung stehen.


Die beiden Messwerte

  • M₃․₇₅ – Gewicht, das benötigt wird, um 3,75° zu erreichen (statische Belastung)

  • M₁₅ – Gewicht, das benötigt wird, um 15° zu erreichen (Arbeitsbelastung)


Power Factor (PF)


PF = M₁₅ / M₃․₇₅

Der Power Factor beschreibt, wie stark die Steifigkeit der Rute mit zunehmender Belastung ansteigt – vom leichten Anlegen bis zur realen Arbeitsbiegung.


Interpretation des Power Factors

Power Factor Aktionsbeschreibung
< 4.0 Sehr langsam, tiefe Durchbiegung
4.0–4.4 Langsam, Biegung über die ganze Rute
4.4–4.6 Mittel
4.6–4.8 Mittel-schnell
4.8–5.0 Schnell
> 5.0 Extrem schnell

Der Schusskopf Gewichts Rechner in der Solitip Akademie

Es liegt auf der Hand, dass die Rutenwerte in direktem Zusammenhang mit dem optimalen Gewicht von Schussköpfen stehen. Der Schusskopf Gewichtsrechner macht Schluss mit Frust, wenn Sie durch Probieren und Schnippeln nicht auf das optimale Gewicht kommen, weil das Gefühl Sie ständig betrügt. Laden Sie sich einfach den Schusskopf Gewichtsrechner (für Einhandruten!) herunter!

Anwendung bei Fliegenruten

Fliegenruten – detaillierte Betrachtung

Ziel

Für Fliegenruten beantwortet die 15°-Power-Messung zwei zentrale Fragen:

  1. Welche Schnurmasse passt tatsächlich zur Rute?

  2. Wie verteilt die Rute die Belastung beim Werfen?

Das System trennt diese Aspekte klar:

  • M₃․₇₅ → Schnurklasse / optimale Kopfmasse

  • PF → Aktion / Rückstellverhalten


Schnurmassen-Logik (AFFTA-basiert)

Eine AFFTA-Flugschnur ist über das Gewicht der ersten 9,14 m (30 ft) definiert. In der Praxis befinden sich bei einem normalen Wurf jedoch meist rund 15 m Schnur außerhalb der Rutenspitze.

Die 15°-Power-Messung skaliert deshalb den statischen 3,75°-Messwert auf diese reale Wurfsituation.

In der Praxis bedeutet das:

  • M₃․₇₅ wird in Gramm gemessen

  • dieser Wert wird auf eine äquivalente 15-m-Schnurmasse umgerechnet

  • das Ergebnis wird als numerische Schnurklasse angegeben (z. B. 4,6 → gerundet #5)

So erklärt sich, warum viele Ruten mit der Aufschrift „#6“ sich mit einer #5 oder #7 korrekt anfühlen – das Label ist oft Marketing, nicht Physik.


Warum M₃․₇₅ für Fliegenruten so gut funktioniert

Die 3,75°-Auslenkung ist klein genug, sodass:

  • sich die Rute im linear-elastischen Bereich befindet

  • Dämpfung und Schwingungen kaum eine Rolle spielen

  • die Messung sehr reproduzierbar ist

Gleichzeitig ist sie groß genug, um:

  • Reibung in den Ringen zu überwinden

  • die reale Anfangssteifigkeit abzubilden

Damit ist M₃․₇₅ ein hervorragender Indikator dafür, wie viel Schnurmasse nötig ist, um eine Rute effizient zu laden.

Der Wurfgewichts-Rechner für Spinnfischer in der Solitip Akademie

Jeder Hersteller legt für seine Spinnruten ein Wurfgewicht fest bzw. gibt eine Empfehlung. Wie diese Empfehlungen entstehen, ob rechnerische Formeln dahinter stecken oder sich die Angaben auf "Erfahrungswerte" beruhen weiss ich nicht und interessiert mich ehrlich gesagt auch nicht. Die Messwerte aus der 15° Power Messung bieten die Grundlage, wie man sich selbst das optimale Wurfgewicht jeder beliebigen Spinnrute selbst bestimmen kann. 

Hier gehts zum Rechner, einfach die Messwerte eingeben und schon haben Sie das Wurfgewicht für Ihre Spinnrute.

 

Historischer Hintergrund

Ludwig Reim – die 15°-Speed-Messung

Der Ingenieur Ludwig Reim entwickelte Ende des 20. Jahrhunderts die ursprüngliche 15°-Speed-Messung. Indem er eine Rute auf 15° auslenkte und ihre Rückstellgeschwindigkeit mit Sensoren maß, zeigte er, dass sich das Verhalten von Ruten messen und nicht diskutieren lässt.

Theodor Matschewsky – von Speed zu Power

Solitip entwickelte Reims Idee weiter zu einer werkstatt­tauglichen Methode, indem die Elektronik durch statische Gewichte ersetzt wurde – bei gleichbleibender Geometrie, aber deutlich reduzierter Komplexität.

Background Info zur 15° Powermessung

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